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Junge Herzpatienten leben heute länger

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12 juli 2011

Die Zahl der Erwachsenen mit einem angeborenen Herzfehler steigt stetig. Dabei werden nicht mehr Kinder mit einem Herzfehler geboren - die Zahl liegt stabil bei 1500 pro Jahr —, sondern die Überlebenschancen haben sich deutlich verbessert, sodass eine neue Patientengruppe entstanden ist. "Früher starben rund 80 Prozent im Kindesalter, während heute 80 Prozent dieser Gruppe dank verbesserter Behandlungsmethoden das Erwachsenenalter erreichen", sagen Herzchirurg Tjalling Waterbolk , Kinderkardiologe Rolf Berger und Kardiologin Elke Hoendermis vom Groninger Universitätsklinikum UMCG.

Die Herzspezialisten gehören zu einem Team, das sich ausschließlich auf Patienten mit angeborenen Herzfehlern konzentriert. "Die Kooperation ist überaus wichtig, weil Kinder, die jung am Herzen operiert wurden in späteren Jahren durchaus noch mit Problemen konfrontiert werden können, die uns zunächst
unbekannt waren." Vor zwei Jahren wurde das UMCG zu einem der vier Behandlungszentren für junge Herzpatienten in den Niederlanden ernannt. Auch deutsche Kinder kommen für eine Behandlung nach Groningen.
Angeborene Herzfehler lassen sich nicht in allen Fällen unmittelbar nach der Geburt diagnostizieren, das hängt vom jeweiligen Typ ab. "Wenn ein Säugling gleich eine blaue Hautfarbe hat, kurzatmig ist und schlecht trinkt,
wird schnell ans Herz als Ursache gedacht, bei manchen Kindern offenbaren sich die Beschwerden aber erst nach mehreren Monaten. Dann kommen die Eltern in die Sprechstunde, weil Oma meinte, mit dem Kind stimme etwas nicht oder war das Kind bei einer Routineuntersuchung auffällig."

Die Blaufärbung der Haut ist nicht immer leicht festzustellen, wissen die Ärzte. "Auch Hausärzte können das durchaus übersehen. Bei dunkelhäutigen Kindern ist eine Blaufärbung schwieriger zu sehen, dann kann manchmal nur eine eingehende Untersuchung helfen und eventuell eine Echokardiographie."
Wo der Ursprung angeborener Herzfehler liegt, ist nicht deutlich, aber die genetische Veranlagung spielt dabei eine Rolle.

"Bei gesunden Eltern liegt die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Herzfehler zu bekommen bei rund einem Prozent. Bei Eltern, die bereits ein Kind mit Herzfehler haben, liegt die Wahrscheinlichkeit schon bei 3 bis 4 Prozent." Die Variationsbreite bei angeborenen Herzfehlern ist so groß, dass es keine Standardbehandlung für die jungen Patienten gibt. Die typische Herzerkrankung gibt es nicht, meinen die Kardiologen. "Die Behandlung
verlangt Fingerspitzengefühl und sieht für jeden Patienten anders aus, man braucht eine Art maßgeschneiderte Lebenslaufplanung."

Die Ärzte wissen mittlerweile, dass bei bestimmten Befunden nach der ersten Operation oft noch weitere OPs folgen. Chirurg Waterbolk: "Das berücksichtigen wir heute und lassen dann zum Beispiel hinter dem Brustbein
ein Kunststoffgewebe in situ, sodass wir schnell und mit weniger Risiko für unnötige Schäden eingreifen können." Operationen am offenen Herzen werden immer öfter durch minimalinvasive Herzkathetereingriffe
ersetzt, bei denen der Zugang zum Herzen über einen Katheter in der Leiste erfolgt. Ein Loch in der Zwischenwand der beiden Herzkammern kann so geschlossen oder verengte Herzklappen mit einem Ballon erweitert werden. Seit kurzem werden sogar künstliche Herzklappen mit diesem Verfahren implantiert. "Das

ist ein wahrer Segen, denn so können wir Patienten vor mehreren schweren Operationen bewahren."Im UMCG werden jährlich rund 400 OPs bei Patienten mit angeborenen Herz- oder Lungenleiden durchgeführt und es finden etwa 200 Herzkathetereingriffe statt.

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